Verkauf und Vermarktung von Immobilien in Deutschland und International
 
Aug
31

Ist der Immobilienmarkt wirklich überhitzt?

written by Peter Talkenberger

Im angelsächsischen Raum wird die Frage aufgeworfen, ob der Real Estate Market in Deutschland überhitzt sei. Ich möchte darauf aus unserer Sicht kurz eingehen. Die Preise sind in den Toplagen in Frankfurt am Main und München in den letzten drei Jahren enorm gestiegen, teilweise um bis zu 15% im Jahr. Das lag an zwei ganz einfachen Faktoren: Die Nachfrage nach Immobilien als Objekt zur Eigennutzung hat enorm zugenommen – aber eben nur in Toplagen der großen Städte (so auch in Berlin) und fast nur im Bereich sanierter Altbau oder absoluter Neubau Erstbezug. Gleichzeitig ist das Angebot enorm knapp geworden (so nicht in Berlin). Frankfurt speziell hat nur noch wenige Mehrfamilienhäuser auf dem Markt, das bedeutet, daß neu sanierte Altbauwohnungen kaum noch auf den Markt kommen. Und kaum Baugrundstücke in den begehrten Lagen.

Es spielt noch ein Faktor eine Rolle: Die meisten, die Immobilien besitzen, möchten derzeit nicht verkaufen. Warum? Wenn sie keine andere Immobilie stattdessen kaufen möchten, entweder im In- oder Ausland, gibt es kaum eine bessere Alternative, als die bestehende zu behalten und ggf. nochmal kräftig in das Objekt zu investieren, um die Vermietungsrendite zu verbessern.

All das sind natürliche Marktbewegungen, die mit Überhitzung nichts zu tun haben. Eine Blase ist nicht zu befürchten, wohl aber wird die Nachfrage über kurz oder lang einem gewissen Trend der Verlangsamung folgen. Eines ist jedoch meiner Erfahrung nach sicher: Wer heute in eine Immobilien investiert, hat den Effekt einer Immobilienblase nicht zu fürchten.

In Deutschland war der Preisanstieg bei Immobilien lange Zeit viel zu mäßig; ein gewisser Aufholeffekt ist daher zu begrüßen.